Artenvielfalt im Solarpark Niederhone bestätigt: Monitoring belegt ökologischen Mehrwert
(Eschwege/Niestetal) – Der Solarpark Niederhone ist nicht nur ein Leuchtturmprojekt für klimafreundliche Stromerzeugung – er entwickelt sich auch zu einem wertvollen Rückzugsraum für heimische Vogelarten. Die vier Hektar große Fläche eines der ESG-Solarparks beweist eindrucksvoll: Solarenergieanlagen können nicht nur zur Stromversorgung beitragen, sondern auch Lebensräume für gefährdete Feldvogelarten schaffen – und räumen damit mit dem Vorurteil auf, Photovoltaik sei ökologisch nachteilig.
Seit Frühjahr 2025 dokumentierte Ornithologe Klaus-Dieter Raab im Rahmen eines wissenschaftlichen Monitorings insgesamt 24 verschiedene Vogelarten im und um den Solarpark, darunter zahlreiche Arten mit ungünstigem Erhaltungsstatus in Hessen wie Feldlerche, Bluthänfling, Stieglitz, Gartenrotschwanz sowie Mönchs- und Dorngrasmücke. Besonders bemerkenswert: Die Feldlerche nutzte das Gelände aktiv zur Reviermarkierung und Nahrungssuche – ein klares Zeichen für die ökologische Qualität der Fläche.
„Wenn eine Lerche singt, dann markiert sie ihr Revier“, so Raab. „Das bedeutet, sie sieht in dieser Fläche einen potenziellen Brut- und Lebensraum.“ Auch Trupps von Stieglitzen konnten bei der Nahrungssuche auf dem Gelände beobachtet werden, wo sie sich an den Samenständen der blütenreichen Vegetation bedienten.
Biodiversitätskonzept: Von Anfang an mitgedacht
Von Beginn an wurde der Solarpark Niederhone durch ESG unter höchsten ökologischen Standards geplant und umgesetzt. Die Flächen unter den PV-Modulen wurden mit gebietsspezifischem Regiosaatgut eingesät, das Insekten, Faltern und Vögeln gleichermaßen Nahrung bietet. Das Pflegekonzept „Schaf schafft Landschaft“ – eine extensive Schafbeweidung durch Schäfer Johannes Hohmann – hält die Vegetation kurz, ohne in den Lebensraum einzugreifen.
Darüber hinaus wurden Totholz- und Steinhaufen, Nistkästen und sogenannte Lerchenfenster in angrenzenden Ackerflächen eingerichtet. Auch neu angelegte Reptilienhaufen und einheimische Heckenpflanzungen schaffen zusätzliche Rückzugsräume für bedrohte Arten.

Ökologie trifft Ökonomie
Der Solarpark Niederhone zeigt, dass erneuerbare Energiegewinnung und Artenschutz kein Widerspruch sein müssen. Mit einer installierten Leistung von 5,75 MWp versorgt der Park rechnerisch rund 1.600 Haushalte mit sauberem Strom – und spart dabei jährlich rund 2.770 Tonnen CO₂ ein. Gleichzeitig bietet er nachweislich Lebensraum für bedrohte Feld- und Kleinvögel.
„Die Ergebnisse des Monitorings sind ein Meilenstein für die ökologische Bewertung von Solarparks“, sagt Michael Nölke, Projektentwickler bei ESG. „Wir konnten zeigen, dass mit einer durchdachten Planung die Artenvielfalt sogar gefördert wird – im Vergleich zur vorherigen intensiven Ackernutzung hat sich der Lebensraum deutlich verbessert.“
Für das Biodiversitätskonzept wurde ESG bereits ausgezeichnet. In den kommenden Jahren soll das Monitoring auf weitere Artengruppen wie Insekten, Reptilien und Amphibien ausgeweitet werden. „Unser Ziel ist eine ganzheitliche ökologische Aufwertung“, so Nölke. Schon jetzt wird der Solarpark von der SMA Solar Technology AG im Rahmen eines bilateralen Stromliefervertrags (PPA) genutzt – ein Modell, das regionalen Mehrwert und ökologische Verantwortung vereint.
